Mensch und Roboter im Endspurt

74 Athleten aus 25 Ländern zeigen beim Cybathlon, wie ihnen Robotertechnik im Alltag hilft. In 100 Tagen fällt der Startschuss für dieses weltweit erste bionische Kräftemessen. Das Schweizer Radio und Fernsehen bettet den Cybathlon in einen Thementag ein und überträgt den einmaligen Wettkampf live.

Cybathlon
Die beste Technik funktioniert nicht ohne einen geübten Anwender. (Bild: Alessandro Della Bella / ETH Zürich)

Seit Monaten trainieren weltweit 74 Athleten aus 59 Teams intensiv, während die beteiligten Wissenschaftler und Unternehmen gemeinsam mit ihnen an den letzten Verfeinerungen der Technik feilen. Bis zum Wettkampf am 8. Oktober 2016 in der Swiss Arena Kloten (Zürich) muss das Zusammenspiel von Technik und Anwender perfekt aufeinander abgestimmt sein. Nur dann gelingt es, mit einer Roboterhand mühelos Dosen zu öffnen, mit einer Beinprothese von Stein zu Stein zu springen oder zügig mit einem Rollstuhl über Schrägen zu rollen. Ja, selbst virtuelle Avatare überwinden dank neuster Technik allein durch die Kraft der Gedanken Hindernisse.

Teams von renommierten Hochschulen

Im Gegensatz zu den paralympischen Spielen steht beim Cybathlon nicht die sportliche Höchstleistung, sondern die optimale Verbindung von alltagstauglichen robotischen Hilfsmittel und deren Anwender im Vordergrund. Entwickelt wird die Technik an einigen der weltweit renommiertesten technischen Hochschulen, wie dem Imperial College, der TU Delft oder dem Cybathlon-Veranstalter ETH Zürich, sowie von führenden kommerziellen Prothesenherstellern. Allein aus der Schweiz kommen sieben Teams.

Barrierefreie Zukunft durch Technik

Neben der Organisation eines spannenden internationalen Wettkampfes verfolgt die ETH Zürich mit dem Cybathlon zwei weitere Ziele. «Die Vorbereitungen zum Cybathlon haben uns allen die Augen geöffnet für die Bedürfnisse von Menschen, die körperlich eingeschränkt sind», erläutert Initiator Robert Riener, Professor für Sensomotorische Systeme an der ETH Zürich und kommt zum Schluss: «Zu viele von uns wissen zu wenig über die ganz alltäglichen Probleme der Menschen mitten unter uns – das wollen wir ändern.» Gleichzeitig möchte die ETH Zürich die Forschenden und Entwickler anspornen, an Technologien zu tüffteln, die ihren Anwendern im Alltag auch tatsächlich etwas nützen. So findet denn auch zum Auftakt des Cybathlons am 6. Oktober 2016 ein Symposium mit hochkarätigen Wissenschaftlern statt. Auch ist der Wettbewerb nicht als einmaliges Ereignis konzipiert. Künftige Cybathlons werden weitere Themenfelder aufgreifen, beispielsweise wie ältere Menschen unterstützt werden können. Immer soll die Frage im Zentrum stehen, was Menschen mit körperlichen und sensorischen Einschränkungen wirklich bewegt.

Grosses weltweites Interesse

Bereits jetzt trifft dieser ungewöhnliche Wettkampf nicht nur bei Athleten und Forschenden, sondern auch bei den Medien weltweit auf reges Interesse. Das Schweizer Radio und Fernsehen wird den Cybathlon als Host-Broadcaster mit einem Thementag begleiten und live aus dem Stadion berichten.

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