Advent, Advent, ein Lichtlein brennt


Jan Lauer PB2/ PressearbeitBundesamt für Strahlenschutz

BfS rät dazu, bei Innenraum-Beleuchtung auf Blaulichtanteil zu achten

Kurze Tage und der zusätzliche Wunsch nach Behaglichkeit lassen gerade in der Vorweihnachtszeit Wohnungen und Häuser in künstlichem Licht erstrahlen. Rund 73 Prozent der Haushalte nutzen aktuell LEDs als Innenraumbeleuchtung – nach dem Aus der Glühlampe und dem schrittweisen Verschwinden der Energiesparlampe ist ihr Marktanteil in den letzten zehn Jahren von 1,4 Prozent auf 61 Prozent gestiegen. Um mögliche Risiken für das Auge zu vermeiden, rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) dazu, bei künstlicher Beleuchtung auf den Blaulichtanteil zu achten. Ob und in welchem Umfang künstliche Lichtquellen zu Langzeitfolgen beitragen können, ist Gegenstand der Forschung.

Bei LEDs entsteht das weiße Licht in den meisten Fällen aus einer Mischung von Blau und der Komplementärfarbe Gelb. „Gerade der energiereiche Teil des Lichtspektrums, zu dem die Farben Blau und Violett zählen, kann jedoch Schäden am Auge verursachen. Wichtig bei der Beleuchtung ist daher die Lichtfarbe, die unter anderem durch die Farbtemperatur beschrieben wird. Je wärmer das Licht, desto geringer der Blaulichtanteil“, betonte die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini. 

Blaulicht kann Schäden in der Netzhaut hervorrufen, die auf lange Sicht zu einer Einschränkung der Sehfähigkeit führen können. Darum gibt es in Normen für Leuchtmittel definierte Werte, die auch das Risiko für Schäden an der Netzhaut durch Blaulicht berücksichtigen. Im Rahmen der Produktsicherheit ist der Hersteller dazu verpflichtet abzusichern, dass bei bestimmungsgemäßen Gebrauch keine Schädigung der Verbraucher eintritt. Aus Vorsorgegründen sollte aber auf eine übermäßige Nutzung von Lichtquellen mit hohem Blaulichtanteil verzichtet werden.

Das BfS gibt folgende Tipps für eine gute Beleuchtung:

• Blaulichtanteil: Orientierung zur Einschätzung des Blaulichtanteils bietet die Farbtemperatur in Kelvin. Je geringer die Farbtemperatur, also je wärmer das Licht, desto niedriger der Blaulichtanteil. Farbtemperaturen unter 3.300 K bezeichnet man als Warmweiß, von 3.300 – 5.300 K als Neutralweiß und über 5.300 K als Tageslichtweiß oder Kaltweiß. 
• Sorgfalt im Kinderzimmer: Die Augenlinse von Kindern ist für kurzwelliges Licht durchlässiger. Bei ihnen kommt mehr energiereiches Licht an der Netzhaut an als bei Erwachsenen. Lampen sollten so angebracht sein, dass gerade kleine Kinder nicht direkt hineinsehen können. Vorsicht ist zudem geboten bei LED-bestücktem Kinderspielzeug. 
• Gute Beleuchtungspraxis: Was für Kinderzimmer gilt, gilt ähnlich für alle Wohnräume: Lampen sollten grundsätzlich so angebracht werden, dass man nicht direkt in das Leuchtmittel hineinsehen kann. Wandlampen und Tischlampen sollten zudem geringere Leuchtdichten aufweisen als Deckenlampen, weil bei ihnen häufiger eine direkte Sichtlinie besteht. Bei LED-Panels sollten die einzelnen LEDs zudem nicht als helle Punktquellen sichtbar sein.

Die typische Advents- und Weihnachtsbeleuchtung ist übrigens unkritisch. Paulini betonte: „Da die für die übliche Weihnachtsbeleuchtung eingesetzten Lampen eine geringe Strahldichte aufweisen, besteht hier kein Anlass zur Sorge. Sie fallen in die geringste Risikogruppe, die unbedenklich ist für die Augen. Einer stimmungsvollen Advents- und Weihnachtsbeleuchtung steht daher nichts im Wege.“

Statement: „Amazonisierung“ des Weihnachtsgeschäfts hat auch positive Aspekte

Claudia Staat Pressestelle, Frankfurt University of Applied Sciences

Das Weihnachtsgeschäft 2018 steht in seiner heißen Phase. Viele Deutsche kaufen ihre Geschenke längst nicht mehr in Geschäften vor Ort, sondern im Internet per Mausklick. Beispielsweise beherrscht das US-Handelsunternehmen Amazon laut einer Branchen-Studie inzwischen die Hälfte des deutschen Onlinehandels, gerät jedoch immer wieder in die Kritik vor allem von Gewerkschaftsseite und Politik. Prof. Dr. Lutz Anderie, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), kann der „Amazonisierung des Weihnachtsgeschäfts“ durchaus auch gute Seiten abgewinnen. „Der Onlinehandel hat sich seit der Jahrtausendwende signifikant entwickelt und kann in bedeutenden Warengruppen wie beispielsweise der Unterhaltungselektronik auf Wachstumsraten verweisen, die der stationäre Handel nur schwerlich realisieren kann“, so Anderie. „Durch die Einführung der Smartphones 2007 durch Steve Jobs konnte sich mittlerweile auch der Mobile Commerce etablieren.“ Gerade die positiven volkswirtschaftlichen Aspekte und Impulse für die Entwicklung des E-Commerce gerieten aus dem Blickfeld. „Die Art und Weise, wie der Onlinehandel heute betrieben wird, ist durch Amazon geprägt worden. Von der Gestaltung der Webpage über das Warenangebot, die Preisgestaltung, den Marketplace, die Logistik bis hin zum Amazon Web Services (AWS) – die Schlagzahl wird von diesem Unternehmen vorgegeben“, sagt Anderie. „Es beschäftigt weltweit über eine halbe Milliarde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sichert auf Lieferantenseite und der nachgelagerten Logistikkette Tausende von Jobs, die von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung sind.“

„Die Liste der Kritiker an verschiedenen Onlinehandelsunternehmen, insbesondere an Amazon, ist lang“, so Anderie, „und sicherlich sind einige Kritikpunkte berechtigt. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass erfolgreiche E-Commerce-Unternehmen die Wertschöpfung einschließlich der Schaffung von Arbeitsplätzen in strukturschwachen Regionen vorantreiben.“

E-Commerce sei ein „knallhartes Wettbewerbsumfeld“, bei dem laut Anderie jene Unternehmen Marktanteile gewinnen, die den besten Preis, den besten Service und die höchste Kredibilität bei den Käufern gewähren oder vermitteln können. „Das ist Marktwirtschaft pur.“ Anderie: „Viele Handelsunternehmen haben die Herausforderungen des Onlinehandels angenommen und sind gescheitert.“ Die marktbeherrschende Stellung des Online-Riesen aus Seattle habe auch viele deutsche Unternehmen getroffen: „Amazon hat seit dem Eintritt in den deutschen Markt durch Disruption tradierte Markteilnehmer wie Quelle, Neckermann und ProMarkt weggefegt“, so Anderie. „Es gibt jedoch auch positive Beispiele wie Otto in Hamburg, Zalando in Berlin und Rewe Online in Köln, die beachtliche Markterfolge – wenn auch mit überschaubaren Rentabilitätskennzahlen – erzielen konnten.“ Gerade das Beispiel Otto zeige, dass mit kluger Strategie der Wandel vom Versandhaus alter Prägung zum erfolgreichen Onlinehändler gelingen könne: „Hier wurde mit hanseatischer Kaufmannskunst und effizienten Management-Methoden eine Marktposition entwickelt, bei der durch Transformation das seit rund 70 Jahren bestehende Mailorder-Geschäft für den modernen Onlinehandel weiterentwickelt wurde“.

Bei Amazon könne die Kundin oder der Kunde alles retournieren und selbst entscheiden, welchen Kundenstatus er oder sie erhalten möchte. „Daran wurde in den letzten Jahrzehnten konsequent gearbeitet, die Innovationsquote im Kaufprozess ist extrem hoch“, so der E-Commerce-Experte. Deshalb habe es das Unternehmen geschafft, eine dominierende Rolle im Weihnachtsgeschäft einzunehmen. „Amazon weist mehrere Alleinstellungsmerkmale auf – von der Shopper Experience über Entwicklung und Einsatz Künstlicher Intelligenz bis hin zu einer kontinuierlich weiterentwickelten Logistikkette.“ Das Unternehmen setze alles daran, um die „Amazonisierung“, also die Wertschöpfungskette im E-Commerce zu perfektionieren. „Doch wo Licht ist, ist auch Schatten“, sagt Anderie.
„Zustellerinnen und Zusteller mit ‚Burnout-Syndrom‘, Klagen von Lieferanten über gesperrte Verkäuferkonten und Zahlungsdifferenzen sowie Kritik bezüglich der marktbeherrschenden Stellung begleiten die Geschäftspraktiken des Online-Riesen.“ Anderie als Branchenkenner der Games-, Medien- und Entertainmentindustrie sowie Digitalisierungs-Experte kennt das Unternehmen durch lange Zusammenarbeit auf Lieferantenseite als Vermarkter für Videospielekonsolen, Computerspiele, Filme und Serien. Seine Karriere begann er bei DHL, und er weiß deshalb auch, unter welchem Leistungsdruck die Zusteller/-innen stehen

 

IT-Forscher warnen vor Identitätsdiebstahl über ehemalige E-Mail-Adressen

Christina Haberland Wissenschaftskommunikation
Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE

Tatort: Internet, Verbrechen: Identitätsdiebstahl. Der beliebte Schauspieler und Münsteraner Tatort-Kommissar Axel Prahl kennt diesen Tatbestand – und zwar ganz real und aus der Perspektive des Opfers. Wie aktuell bekannt wurde, hat ein Betrüger die digitale Identität des Tatort-Stars gestohlen und kauft seitdem auf großem Fuß auf dessen Kosten ein. Treffen kann dieses Szenario beinahe jeden E-Mail-Nutzer. Wissenschaftler des Fraunhofer FKIE, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Technischen Universität Graz haben jetzt offengelegt, dass das Risiko, das insbesondere von abgelegten und erneut vergebenen kostenlosen E-Mail-Adressen ausgeht, für Verbraucher enorm groß ist.

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Abgelegte E-Mail-Adressen öffnen Angreifern oftmals Tür und Tor zu sensiblen Daten.   © andose24

Im Internet symbolisiert unsere E-Mail-Adresse unsere Identität. Mit ihr authentifizieren wir uns in Onlineshops, Social-Media-Kanälen und bei Webdiensten. Haben wir das Passwort vergessen, lassen wir uns dorthin ein neues zusenden. Alles ganz einfach, aber bei weitem nicht risikofrei. Im Gegenteil. Viele von uns sammeln im Laufe der Zeit zudem, privat wie beruflich, eine ganze Reihe von E-Mail-Adressen und geben diese beizeiten wieder zurück. Manchmal auch nicht ganz freiwillig, denn einige Anbieter kostenloser E-Mail-Adressen, sog. FreeMail Provider, geben die bei ihnen angemeldeten Adressen nach einem bestimmten Zeitraum ihrer Nichtnutzung wieder frei und vergeben sie erneut. Je nachdem, wie lange der betreffende Account zu diesem Zeitpunkt bereits brachliegt, bekommt der vorherige Adressinhaber davon unter Umständen nicht einmal etwas mit.

Problematisch hierbei ist, dass genau diese Adressen Angreifern leichtes Spiel bieten, um an sensible Daten ihrer Vorbesitzer, wie zum Beispiel Bankdaten, zu gelangen und diese für kriminelle Machenschaften zu nutzen. »Denn welcher Nutzer hat schon einen vollständigen Überblick darüber, mit welchen Daten er über seine E-Mail-Adresse wo angemeldet ist? Und wer kann somit schon lückenlos Sorge dafür tragen, dass auch jeder jemals auf die abgelegte E-Mail-Adresse angemeldete Webdienst auf die neue Adresse umgestellt oder gekündigt wird«, erläutert Matthias Wübbeling, IT-Sicherheitsexperte und Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE in Bonn. Dies aber stelle eine Sicherheitslücke dar, die sich Angreifer zunutze machen.

Im Rahmen einer Sicherheitskonferenz Anfang Juli 2017 in Bonn sei er mit Kollegen von der Technischen Universität Graz über dieses Thema ins Gespräch gekommen, berichtet Wübbeling. Gemeinsam stellten die Wissenschaftler fest, dass sie an thematisch verwandten Fragestellungen forschen und dass eine Bündelung der Kräfte Aufschluss über die Reich- und Tragweite des soeben diskutierten Problems geben könnte. Das so aus purem Forscherinteresse heraus geborene Projekt wurde jetzt mit der Veröffentlichung eines Berichts unter dem Titel »Use-After-FreeMail: Generalizing the Use-After-Free Problem and Applying it to Email Services« abgeschlossen. Dieser wird auf der 13. ACM Asia Conference on Computer & Communications Security 2018, die vom 4. bis 8. Juni in Korea stattfindet, vorgestellt.

Die Bezeichnung »Use-After-FreeMail« ist dabei ein Wortspiel, das sich die Wissenschaftler zunutze machen. Denn der Begriff »Use-After-Free« stammt eigentlich aus dem Programmierungsbereich. Auf das Szenario der FreeMails übertragen steht es für die Problematik zu früh freigegebener E-Mail-Adressen und sich daraus ergebender Sicherheitslücken und Angriffsmöglichkeiten. Und die sind nach Erkenntnis der Forscher enorm groß und bislang ungelöst: So ergab die Auswertung eines bereits vorliegenden Datenbestands an FreeMail-Adressen, dass rund 33,5 Prozent von ihnen nicht mehr gültig sind. Weit mehr als bestätigt wurde dieses Ergebnis durch eine im Rahmen des Projekts durchgeführte Nutzerstudie, bei der sogar rund 60 Prozent der Teilnehmer angaben, über eine E-Mail-Adresse zu verfügen, die sie aktuell nicht mehr nutzen. Ein Testangriff auf diese war in 18 Prozent der Fälle erfolgreich.

Diese und weitere Ergebnisse haben die Forscher den wichtigsten FreeMail Providern mitgeteilt – zusammen mit Empfehlungen, wie sie ihre Kunden und Kundendaten künftig besser schützen können. Eine wichtige und sehr wirksame Möglichkeit lebt beispielsweise Google vor: Der Konzern vergibt E-Mail-Adressen grundsätzlich nur ein einziges Mal, anschließend sind sie nie wieder erhältlich. Eine weitere effektive Schutzmaßnahme stellt die Zwei-Faktor-Authentifizierung dar. Die ist zwar schon lange bekannt, wird in der Praxis jedoch kaum angewandt. Sicherheitsexperte Wübbeling: »Letztlich ist das ›Use-After-FreeMail‹-Szenario nur eines von vielen. Es lässt sich auf etliche andere Bereiche, wie beispielsweise auf abgelegte Mobilfunknummern oder Kfz-Kennzeichen, übertragen. Angriffe kommen auch hier vor. Für die Einführung geeigneter Schutzmaßnahmen besteht daher dringender Handlungsbedarf.«

Grosser Besucherandrang auf mächtige Bauten und prächtiges Kulturerbe

11. Sept. 2017 – Zehntausende Besucherinnen und Besucher strömten am Wochenende vom 9. und 10. September in alle Ecken des Landes, um an den Europäischen Tagen des Denkmals das Kulturerbe der Schweiz zu erkunden. An landesweit über 330 Orten gab es Prunkvolles und Prächtiges zu entdecken.

Die Europäischen Tage des Denkmals zum Thema „Macht und Pracht“ zeigten unter dem Patronat von Bundesrat Alain Berset Manifestation und Repräsentation von Macht und Pracht in Fabrikantenvillen, Burgen und Schlössern, Rathäuser, Architekturikonen und archäologischen Fundstätten.

Macht und Pracht – Kathedralen, Schlösser, Museen – das sind die Sehenswürdigkeiten, die wir im In-und Ausland besuchen. Sie sind nicht nur Magneten des Tourismus, sie sind für Bewohnerinnen und Bewohner ein Teil ihres „Daheim“. Sie strukturieren Dörfer und Städte und begleiten uns alle, Einheimische oder fremd, wenn wir durch Strassen eilen, in Gassen flanieren oder uns am Lieblings Ort eine Pause gönnen. Solche Bauten sind Wahrzeichen, Orientierungspunkte – auch für uns selber in dieser Gegenwart, in dieser Gesellschaft. Das ist der Wert, der diesen Gebäuden innewohnt. Dass sich die Schweizerinnen und Schweizer dieses Wertes bewusst sind, wurde dieses Wochenende an den Europäischen Tagen des Denkmals offensichtlich, als sich Menschen im ganzen Land aufmachten, um mächtige Bauten und prächtiges Kulturerbe zu entdecken.

Das Publikum konnte zahlreiche Orte begehen, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind und nutzte den direkten Kontakt mit Fachleuten aus Denkmalpflege, Archäologie, Restaurierung und Architektur für den Austausch und angeregte Diskussionen. Die Veranstaltenden sind sehr erfreut über den grossen Zuspruch, denn es ist ein wichtiges Ziel der Denkmaltage, den Dialog zwischen Bevölkerung und Fachleuten zu fördern.

In Bern öffnete die Residenz Frankreichs ihre Türen – die Führungen durch das prachtvolle Gebäude waren bereits im Vorfeld ausgebucht. In Neuchâtel wurden Besucher durch die laufenden Restaurierungsarbeiten an der Collégiale geführt. Das Quartier St. Johann in Basel zog mit einem vielseitigen Programm zahlreiche Besucher aus Nah und Fern an. Im Kanton Tessin konnten versteckte Architekturikonen Bellinzonas besichtigt werden. In Zürich waren das Bankhaus Leuenhof und das Hauptgebäude der ETH Zürich von Gottfried Semper Publikumsmagnete. Sportfans nahmen in Genf an einem Lauf über 10 km teil, der zu den spannendsten Denkmälern der Stadt führte. Kinder erkundeten mit Stift und Papier bewaffnet die versteckten Formen der Macht auf einer Stadtsafari in Zug.

Die Nationale Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE freut sich über den grossen Erfolg der diesjährigen Denkmaltage, welche ohne das grosse Engagement aller Beteiligten nicht möglich gewesen wäre.

Zu den Europäischen Tagen des Denkmals

die Europäischen Tage des Denkmals finden jeweils im September in 50 europäischen Ländern statt. Sie verschaffen einem breiten Publikum gratis Zutritt zu historisch bedeutenden Bauten und zeigen, welches Know-how hinter deren Erhaltung steckt. Bis zu 20 Millionen Menschen nehmen europaweit an der Veranstaltung teil. Am Schweizer Programm sind die Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie sowie zahlreiche weitere im Bereich Kulturerbe engagierte Institutionen und Private beteiligt. Die Denkmaltage stehen unter dem Patronat von Bundesrat Alain Berset. Sie werden von der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe NIKE koordiniert. Durchführbar sind sie dank der namhaften Beiträge vom Bundesamt für Kultur BAK, der Schweizerischen Stiftung Pro Patria und der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW. Partner sind 2017 der Bund Schweizer Architekten BSA, die Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, die Schweizerische UNESCO-Kommission und der Schweizerische Verband für Konservierung und Restaurierung SKR. Die Max Schweizer AG unterstützt die Denkmaltage 2017 als Sponsor.

Spektakulärer archäologischer Fund in Jordanien

Antike Grabstätte nahe Irbid entdeckt

Bei Bauarbeiten zu einer lokalen Abwasseranlage wurde in der nordjordanischen Stadt Beit Ras ein etwa 2000 Jahre altes Höhlengrab samt zwei Grabkammern entdeckt. In der grösseren der beiden Kammern steht ein aus Basaltstein gehauenes Grab, das mit zwei Löwenköpfen dekoriert ist und menschliche Gebeine enthält. Einzigartig an dieser Grabkammer sind die faszinierenden Ölfresken, die die Wände verzieren. Diese Fresken zeigen menschliche Figuren, Pferde, sowie mythologische Szenen. Die Fresken sind zum grössten Teil intakt und geben uns einen grossartigen Einblick in die Bestattungsriten der Vergangenheit. In der zweiten Grabkammer befinden sich zwei weitere Sarkopharge.

Die atemberaubenden Fresken zeigen Bilder von Weinreben, welche das soziale und landwirtschaftliche Leben während der klassischen Antike repräsentieren und der Hellenistischen bzw. Frühen Römischen Periode zugerechnet werden. Die Inschriften und einige Artifakte, die in diesem Grab gefunden wurden, werden zurzeit analysiert, um eine genauere Datierung des Grabes zu ermöglichen.

Ihre Exzellenz, Frau Lina Annab, Jordaniens Ministerin für Tourismus und Antiquitäten, bestätigt nach ihrem Besuch an der Stätte, dass das Ministerium weitere Grabungen durchführen wird und auch dass dieser bedeutende Fundort für zukünftige Besichtigungen vorbereitet wird. Die Ministerin erklärte weiter, dass aufgrund der enormen archäologischen Bedeutung der Grabstätte, der Ort derzeit für Besucher nicht zugänglich ist.

Dr. Munther Jamhawi, Generaldirektor des Antiquitätendepartments, erklärt dass die heutige Stadt Beit Ras bereits eine der antiken hellenistisch/römischen Dekapolis Städte war und zur damaligen Zeit unter dem Namen «Capitolias» bekannt war. Auch in arabischer Poesie wird sie als einzigartiger Ort erwähnt, mit einem Theater aus dem 2. Jahrhundert sowie einer byzantinische Kirche, deren Architektur später in Islamischer und Omayadischer Periode verwendet wurde.

 

Deckenfresko in Grabkammer in Beit Ras_Copyright Jordan Tourism Board.jpg

Bild: Jordan Tourism Board